Als UX-Designer entwickle ich Dashboards, die stets ein unabdingbares Werkzeug in den Händen der Anwender sein sollen. Aber welchen Mehrwert bietet ein Dashboard dem Anwender? Und wie sieht ein gutes Dashboard aus?
Was ist ein Dashboard?
Der Begriff des Dashboards kommt aus dem Englischen und bedeutet übersetzt so viel wie Informationstafel. Es hat zum Ziel, die dargestellten Informationen kompakt und verdichtet wiederzugeben. Ein Dashboard visualisiert alle für den Anwender relevanten Informationen in Form von Grafiken und schlüsselt deren Zustände auf. Die klare und eindeutige Vermittlung von Inhalten steht hierbei im Vordergrund.
Wozu braucht man Dashboards?
Dashboards sind für die verschiedensten Anwendungsfälle entstanden. Ein klassisches Beispiel kennen wir aus dem Auto. Doch gerade im modernen Management finden Dashboards zunehmend Verwendung – als fast unersetzliches Tool zur Darstellung von Informationen bei der Erstellung von Berichten und Analysen. Die gebündelte Informationsvermittlung bietet viele Vorteile:
- schnelle Erfassung von Informationen
- nur benötigte Informationen werden angezeigt
- Transparenz der Informationen
- Einblick und Übersicht in laufende Vorgänge – Unvorhersehbares wird nahezu ausgeschlossen
- Auswertung der Daten ist schneller und zuverlässiger
- die Datensammlung wird schnell wahrnehmbar aufgeschlüsselt, so ist eine schnellere Anpassung von Vorgängen möglich
- weniger Fehler und höhere Qualität bei der Berichterstellung
- Verbesserung der Produktivität
Das Dashboard reagiert auf die Abhängigkeit zu unserem Kurzzeitgedächtnis – der Anwender muss sich an nichts erinnern. Er hat alles vor Augen.
Entscheidend für die Nutzung des Dashboards sind die gute und übersichtliche Gestaltung und dass Informationen von jedem und in kurzer Zeit entschlüsselt werden können. Das Dashboard geht darauf ein, dass der Mensch viele Informationen im Kurzzeitgedächtnis nicht speichern kann. Forschungsergebnisse zeigen, dass unser Kurzzeitgedächtnis nur etwa sieben Informationsbrocken behalten kann und dass diese nach etwa 20 Sekunden aus unserem Gehirn wieder gelöscht werden.
Sieben Grundsätze der Dialoggestaltung
Die Elemente eines Dashboards sollen vor allem dem Dialog zwischen Computer und Mensch dienen. Für die Dialoggestaltung gibt es sieben Grundsätze, die einen Leitfaden für eine möglichst hohe Usability bilden.
1. Erwartungskonformität
Der Dialog sollte den Kenntnissen aus dem Fachgebiet, den Erfahrungen oder den allgemeinen Konventionen des Benutzers angepasst sein.
- Kongruenz in allen Darstellungen von Informationen und des Dialogverhaltens
- auf Aktionen sollte eine umgehende Rückmeldung folgen
- nach langer Antwortzeit sollten Hinweise gegeben werden
- Ansprache und Sprachebene sollen einheitlich sein
- Zustandsänderungen des Dialogs sollten dem Benutzer unterschiedslos angeboten werden
2. Steuerbarkeit
Ein Dialog ist dann steuerbar, wenn jeder Benutzer im Stande ist, einen Dialogablauf zu beginnen und auf die Richtung und Geschwindigkeit einzuwirken, bis das Ziel erreicht wurde.
- die Kontrolle soll jederzeit beim Benutzer liegen
- der Wechsel zwischen Dialogen soll jederzeit gewährleistet sein
- kommt es zu Unterbrechungen, muss der Dialog an einem Wiederaufnahmepunkt weitergeführt werden
3. Fehlertoleranz
Kann der Benutzer das Ziel mit einem geringen oder gar keiner Korrekturaufwendung erreichen, obwohl ein erkennbarer Fehler vorliegt, so ist das System fehlertolerant.
- Fehlerkorrekturen sollten auch später gemacht werden können
- es sollten automatische Korrekturen angeboten werden
- Fehler sollten erläutert werden
- Kontrolle, Prüfung und Veränderung der eingegebenen Daten vor deren Verarbeitung vom System
4. Individualisierbarkeit
Der Dialog ist individualisierbar, wenn eine Adaption an die eigenen Fähigkeiten und Interessen erlaubt ist.
- Abbildungen sind idealerweise auch in Graustufen verständlich
- Dialoge sollten an Wissen, Erfahrung und Begabung der Benutzer angelehnt sein
5. Selbstbeschreibungsfähigkeit
Die Selbstbeschreibungsfähigkeit eines Dialogs liegt dann vor, wenn der Benutzer zu jeder Zeit die Orientierung wahren kann und weiß, an welcher Stelle er sich im Dialog befindet. Ein gängiges Beispiel sind Breadcrumbs.
- Zustandsänderungen müssen jederzeit erkennbar sein
- Rückmeldung über den Erfolg einer vorher durchgeführten Aktion gibt dem Benutzer ein Gefühl von Sicherheit
- Kenntnisse müssen an den Benutzer angepasst werden
- Gebrauch von eindeutigen Begriffen und Symbolen
6. Lernförderlichkeit
Lernförderlich ist der Dialog, wenn er den Benutzer beim Erlernen des Dialogsystems hilft und führt.
- Bedienkonzepte, Regeln, Strukturen, Möglichkeiten und Sonderfälle müssen einprägsam sein
- Handlungen können suggeriert werden
- Lernen über Beispiele kann unterstützen
7. Aufgabenangemessenheit
Die Aufgabenangemessenheit ist gewährleistet, wenn der Benutzer nicht vom ursprünglichen Ziel seiner Aufgabe durch die Verwendung abgeleitet wird – und das Ziel durch gleichen oder weniger Aufwand vollständiger erreicht als davor.
- es sollen nur solche Informationen angezeigt werden, die dem Kontext entsprechen
- überflüssige Informationen und Hilfestellungen gilt es zu vermeiden
- Fähigkeiten und Fertigkeiten des Benutzers müssen berücksichtigt werden
- überflüssige Arbeitsschritte sollen vermieden werden
